Wenn es gelingt für fossile Kraftstoffe klimafreundliche Alternativen zu entwickeln, könnte die Umweltbilanz des Verkehrssektors maßgeblich verbessert werden (Symbolbild). © Ser­Pho­to - stock.adobe.com
Wenn es ge­lingt für fos­si­le Kraft­stof­fe kli­ma­freund­li­che Al­ter­na­ti­ven zu ent­wi­ckeln, könn­te die Um­welt­bi­lanz des Ver­kehrs­sek­tors maß­geb­lich ver­bes­sert wer­den (Sym­bol­bild).

Pro­jekt E2Fuels
Kraft­stof­fe aus grü­nem Strom ganz­heit­lich be­trach­ten

03.03.2021 | Ak­tua­li­siert am: 15.11.2024

Für den Ver­kehr sol­len auf Grund­la­ge von Strom aus er­neu­er­ba­ren En­er­gie­quel­len emis­si­ons­ar­me Kraft­stof­fe als Er­satz für Die­sel her­ge­stellt wer­den.

Im Vor­ha­ben E2Fuels wer­den strom­ba­sier­te, er­neu­er­ba­re Kraft­stof­fe ganz­heit­lich be­trach­tet. Im Fokus ste­hen die op­ti­mier­te Er­zeu­gung, die An­pas­sung von Mo­to­ren und die De­mons­tra­ti­on. Un­ter­sucht wer­den soll die Her­stel­lung von Was­ser­stoff, Erd­gas/Me­tha­nol und Oxy­me­thy­lene­ther (OME) für die en­er­ge­ti­sche Nut­zung in ver­schie­de­nen Ver­kehrs­be­rei­chen – Pkw, Lkw und Schiff – und auch in sta­tio­nä­ren Groß­mo­to­ren. Ge­plant sind Tests an Ver­suchs­stän­den zum Brenn­ver­fah­ren für OME, com­pu­ter­ge­stütz­te Ent­wick­lung der Brenn­ver­fah­ren sowie Pra­xis­tests in Pkw/Lkw und Groß­mo­to­ren.

Power-to-Fuel: Strom-​ und Ver­kehrs­sek­tor kop­peln

Zen­tral im For­schungs­vor­ha­ben ist auch die Ana­ly­se der Sys­tem­dienlich­keit von Power-to-Fuel-An­la­gen: Hier wer­den aus Strom, ins­be­son­de­re aus schwan­kend ein­ge­speis­tem er­neu­er­ba­rem Strom, über so­ge­nann­te Brücken-​Chemikalien Kraft­stof­fe ge­won­nen und so der Strom-​ mit dem Ver­kehrs­sek­tor ge­kop­pelt.

Die­ser sek­tor­über­grei­fen­de An­satz spie­gelt sich in der Mo­dul­struk­tur des Vor­ha­bens wider. Die Er­geb­nis­se der je­wei­li­gen Mo­du­le wer­den an die an­de­ren Mo­du­le wei­ter­ge­reicht. So las­sen sich Er­geb­nis­se aus den je­wei­li­gen Ein­zel­sek­to­ren in die kor­re­spon­die­ren­den Be­rei­che ver­mit­teln.

In Modul 1 be­schäf­tig­ten sich die Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­ler mit der Her­stel­lung al­ter­na­ti­ver, strom­ba­sier­ter Kraft­stof­fe und der Ein­bin­dung der neuen Tech­no­lo­gien in die En­er­gie­wirt­schaft. Zen­tra­le Fra­gen: Wie kann die Ef­fi­zi­enz von PtX-​Anlagen ge­stei­gert und die Kos­ten re­du­ziert wer­den? Wie kann die Sys­tem­in­te­gra­ti­on von Elek­tro­ly­se und nach­ge­schal­te­ter Syn­the­se op­ti­miert wer­den? Wie kann die Fle­xi­bi­li­tät des Ge­samt­sys­tems ge­stei­gert wer­den?

In Modul 2 brin­gen die For­schen­den die in Modul 1 be­trach­te­ten al­ter­na­ti­ven Kraft­stof­fe zur An­wen­dung. Ins­be­son­de­re wurde die Nut­zung von OME als Kraft­stoff für Ver­bren­nungs­mo­to­ren in der Pkw- und Lkw-​Anwendung un­ter­sucht.

In Modul 3 und 4 wur­den ein de­fos­si­li­siert be­trie­be­ner Ma­ri­ne­mo­tor de­mons­triert, eine Methan-​Abgasnachbehandlung auf­ge­baut und der Ein­satz von Methan-​Wasserstoffmischungen im Kraft­werks­be­reich sowie Me­tha­nol als Schiffs­brenn­stoff am Motor und Mög­lich­keit einer Bun­ker­in­fra­struk­tur hier­für un­ter­sucht. Die be­tei­lig­ten Fach­leu­te er­ar­bei­te­ten au­ßer­dem Last­pro­fi­le und Tools für die ana­ly­ti­sche Be­wer­tung von Hy­brid­sys­te­men im Ma­ri­ne­be­reich.

Strom­ba­sier­te Kraft­stof­fe im Test: Erste Zwi­schen­er­geb­nis­se

Als ein ers­tes Re­sul­tat des Modul 1 wurde bei­spiels­wei­se ein CO2-​Potenzialatlas für Deutsch­land er­stellt, um ge­eig­ne­te Stand­or­te und Quel­len für die Her­stel­lung syn­the­ti­scher Kraft­stof­fe zu iden­ti­fi­zie­ren. Ein wei­te­rer Schwer­punkt war die Ent­wick­lung einer neu­ar­ti­gen, in­ten­si­vier­ten CO2-​Methanolsynthese.

In Modul 2 konn­te au­ßer­dem er­folg­reich ein Ge­gen­strom­bren­ner für Ex­pe­ri­men­te mit OME Kraft­stoff ad­ap­tiert wer­den. Dabei wurde das Zünd­ver­hal­ten ver­schie­de­ner OME Rein­stof­fe sowie eines OME-​Gemischs in un­ter­schied­li­chen Misch­ver­hält­nis­sen un­ter­sucht.

Im Rah­men von Modul 3 wurde ein Ver­suchs­mo­tor für eine op­ti­ma­le Nut­zung un­ter­schied­li­cher Wasserstoff-​Erdgas-Mischungen op­ti­miert und mit Hilfe von Pro­zess­si­mu­la­tio­nen Re­gel­stra­te­gien ab­ge­lei­tet.

Bei den Mo­tor­ver­su­chen in Modul 4 er­lang­ten die Fach­leu­te Er­kennt­nis­se über einen vor­teil­haf­ten Ein­fluss der OME-​Piloteinspritzung auf den Ver­bren­nungs­pro­zess. Vor allem im Teil­last­be­reich wurde eine zum Teil er­heb­li­che Wir­kungs­grad­stei­ge­rung be­ob­ach­tet, die Stickoxid-​neutral bei gleich­zei­tig deut­lich ver­min­der­ten Me­than­schlupf die Treib­haus­gas­emis­sio­nen wei­ter ver­min­dert. Eine Kom­bi­na­ti­on mit einer op­ti­mier­ten Pi­lo­te­in­spritz­dü­se bei an­ge­pass­ter Pi­lo­te­in­spritz­stra­te­gie führ­te dar­über hin­aus sogar zu einer wei­te­ren Ver­bes­se­rung.

Das Vor­ha­ben wird aus Mit­teln des En­er­gie­for­schungs­pro­gramms und des Pro­gramms „Neue Fahrzeug-​ und Sys­tem­tech­no­lo­gien“ des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Wirt­schaft und Kli­ma­schutz ko­fi­nan­ziert.